Warum unterscheiden sich die Leitlinien?

Der Nutzen von Doxy-PEP ist bei Syphilis und Chlamydien klar. Die Sorge gilt Antibiotikaresistenzen, vor allem bei Gonorrhö, die in Europa schon oft gegen Tetracycline resistent ist. Europäische Behörden bevorzugen deshalb einen gezielten Einsatz dort, wo der Nutzen am größten ist. Mehr dazu unter Doxy-PEP und Antibiotikaresistenz.

Leitlinien und Frauen

Die meisten Leitlinien empfehlen Doxy-PEP für cis Frauen noch nicht als Standard, weil die einzige große Studie mit Frauen keinen klaren Effekt zeigte. Die britische Leitlinie lässt Ärztinnen und Ärzte im Einzelfall entscheiden. Siehe Doxy-PEP für Frauen.

Häufige Fragen

Gibt es eine offizielle Doxy-PEP Empfehlung?
In den USA (CDC, 2024) und im Vereinigten Königreich (BASHH, 2025) gibt es offizielle Leitlinien, die Doxy-PEP für schwule und bisexuelle Männer und trans Frauen mit erhöhtem Risiko empfehlen. Die europäische ECDC (2026) rät individuell für Menschen mit hohem Risiko dazu, nicht für alle.
Welche Dosis nennen alle Leitlinien?
Alle nennen dieselbe Dosis: einmal 200 mg Doxycyclin, am besten innerhalb von 24 Stunden und spätestens 72 Stunden nach Sex ohne Kondom, und nicht mehr als 200 mg in 24 Stunden.
Wird Doxy-PEP für Frauen empfohlen?
Noch nicht als Standard. Die einzige große Studie mit Frauen zeigte keinen klaren Effekt. Die britische Leitlinie erlaubt Ärztinnen und Ärzten, es für Frauen mit hohem Syphilis-Risiko im Einzelfall zu erwägen.
Warum ist Europa vorsichtiger als die USA?
Vor allem wegen Antibiotikaresistenzen. Gonorrhö ist in Europa schon sehr oft resistent gegen Tetracycline, und Fachleute wollen weitere Resistenzen vermeiden, indem Doxy-PEP nur dort eingesetzt wird, wo der Nutzen am größten ist.